Typisch schwedisches Essen: Svensk mat

Wenn man heute von schwedischem Essen und schwedischer Hausmannskost redet, so meint man in der Regel weniger den tatsächlichen Ursprung des Gerichtes, sondern vielmehr dass die Rohstoffe heute weitgehend aus Schweden kommen und das entsprechende Essen dem aktuellen schwedischen Geschmack entspricht oder auch üblicherweise zu bestimmten Festen oder Feiertagen zubereitet wird.
 
Wenn man in Schweden bis zum 17. und 18. Jahrhundert zurückgeht, so stellt man fest, dass sich in jener Zeit sehr viele Deutsche, Engländer und Holländer in Schweden niederließen, die die vorherige Esskultur des Landes völlig veränderten. Auch die zahlreichen Reisen in ferne Länder brachten Essgewohnheiten in das Land, die in gewisser Weise eine Revolution waren. Selbst die nationale Kartoffel, die in Schweden mehr gegessen wird als in anderen Ländern, wurde erst ab 1724 von Jonas Alströmer in Alingsås bei Göteborg erstmals in größerer Menge angebaut. Aber auch die berühmten Fleischbällchen sind, historisch gesehen, eine Importware, auch wenn sie mittlerweile eng mit der schwedischen Küche in Verbindung gebracht werden.

Schwedisches Essen

Hausmannskost und schwedisches Essen
 
Während schwedische Hausmannskost ein traditionelles schwedisches Essen ist, das einen hohen Nährwert hat, im Alltagsleben der schwedischen Haushalte seinen Platz findet und meist zu einem günstigen Preis gekauft werden kann, umfasst schwedisches Essen jedoch auch Gerichte, die bei vielen Schweden, aus Preisgründen, nie auf den Tisch kommen und wie schon seit Jahrhunderten das Essen der "Reichen" darstellen. Diese Unterscheidung ist wichtig wenn man sich als Besucher Schwedens für ein schwedisches Restaurant entscheidet um dort "typisch schwedisch" zu essen, denn der Preisunterschied kann selbst bei Hausmannskost oder sogenannten schwedischen Gerichten enorm sein.
 
Allerdings verändert sich mittlerweile auch der Begriff Hausmannskost, denn einige moderne Köche wollen diese klassischen Gerichte aufwerten und beginnen, mit gewissem Erfolg, eine Nouvelle Cuisine auf Basis von klassischen Rezepten aufzubauen. Hier werden sehr häufig Zutaten verwendet, die in der klassischen Küche bisher nicht zu Hause waren.
 
Was ist typisch schwedisch?
 
Die Frage nach typisch schwedischem Essen ist heute immer schwerer zu beantworten, zumal sie auch von der Region abhängt und ein bedeutender Unterschied zwischen Nordschweden und Südschweden besteht, zwischen einer Gegend am Meer und einem Ort im Wald oder den Bergen.
 
Wenn man an schwedisches Essen denkt, so denkt vermutlich jeder erst einmal an Knäckebrot (knäckebröd), Fleischbällchen (köttbullar) und Kartoffeln (potatis), wobei hier die färskpotatisen, die Frühkartoffeln zu Mittsommerfeiern, noch eine besondere Rolle spielen.
 
Klassisches schwedisches Essen
 
Aber zu klassischem schwedischem Essen gehören auch Sauermilch (filmjölk), eine Art Lyoner (falukorv), Pfifferlinge (kantareller), Elch (älg), Auerhuhn (tjäder), eingelegter Hering (sill), gegorener Hering (strömming), Lachs (lax), Krebse (kräftor), Brottorte (smörgåstårta) und natürlich das legendarische schwedische Buffet (smörgåsbordet). Aber auch das Gratin Janssons Frestelse und Salate wie Mimosasallad, Skagenröra, Räksallad oder Rödbetssallad sind Teil eines typisch schwedischen Essens.
 
Schwedische Getränke
 
Auch wenn man in Schweden heute sehr viel Wein trinkt, so beschränken sich die traditionellen Getränke des Landes vor allem auf Bier (öl) und Aquavit (akvavit) und in geringerem Masse auch auf Vodka, wobei man bei diesen alkoholischen Getränken eine breite Auswahl findet.
 
Kaffee und Kuchen
 
Das alkoholfreie Nationalgetränk Schwedens ist natürlich, außer verschiedenen Cidrearten, Kaffee, der zu jeder Tageszeit getrunken werden kann. Als typisch schwedisches Gebäck kann man hierzu Zimtschnecken (kanelbullar), Rhabarberkuchen (rabarberpaj), Himbeerkuchen (hallonpaj) oder Heidelbeerkuchen (blåbärpaj) essen.