Das Emigranternas Hus in Göteborg

Auch wenn die Idee des Emigranternas Hus in Göteborg bis ins Jahr 1982 zurückreicht, so war es ein langer Weg bis die Forschungseinrichtung mit Museum im Jahre 2003 als Stiftung gegründet werden und 2004 die Einweihung des Zentrums erfolgen konnte.
 
Das Emigranternas Hus befindet sich in einem historischen Gebäude der Stadt, dem alten Zollgebäude, und in den Räumen, die zwischen 1850 und 1930 von über einer Millionen Schweden betreten wurden, die auf dem Weg nach Amerika waren, um dort ein neues Leben beginnen zu können.

Emigranternas Hus in Göteborg

Da das Emigranternas Hus in Göteborg mit den verschiedensten Methoden die Kenntnisse um Migration, das Verständnis anderer Volksgruppen und die Toleranz unterschiedlicher Kulturen vermitteln will, ist die Museumsaktivität nur ein sehr kleiner Teil der Aktivitäten. Dies ist auch der Grund, warum man im Grunde vom Emigranternas Hus mehr von einem kulturellen Zentrum als von einem Museum reden kann.
 
Die meisten Besucher, die das Emigranternas Hus in Göteborg während des Jahres betreten, kommen jedoch gerade wegen der Basisausstellung des Museums, die in den Räumen der Stiftung eingerichtet ist und die Auswanderungswelle der schwedischen Bevölkerung von Ende des 19. bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts behandelt.

Erinnerungen, Emigranternas Hus in Göteborg

Im Museums-Teil des "Hauses der Emigranten" findet man Erinnerungsstücke, Briefe, Dokumente, Genehmigungen und Abbildungen jener Zeit, in der Schweden die größte Auswanderungswelle seiner Geschichte verzeichnet. Die Gründe, die zur Emigration führten, waren mehrschichtig, denn viele flohen vor der unterdrückenden Dominanz der Kirche, andere von der steigenden Armut wegen des Bevölkerungswachstums und dritte gerieten wegen den Erbbestimmungen oder der Ausbeutung reicher Grundbesitzer in eine Notsituation, die in Schweden nur zum langsamen Tod führen konnte.
 
In anderen Einrichtungen Schwedens und den offiziellen Geschichtsbüchern findet man bis heute sehr wenig Hinweise über jene Epoche, in der in Schweden ein kultureller Umbruch vorging. Trotz der immensen Auswanderungswelle in einem Land, das im Jahre 1870 gerade einmal vier Millionen Einwohner hatte, stieg die Bevölkerung des Landes permanent weiter an und damit auch die Arbeitslosigkeit und die Hungersnot.

Das Haus der Emigranten in Göteborg

Die permanente Ausstellung über die schwedischen Auswanderer wird im Laufe das Jahres von mehreren, teils zeitnahen, Ausstellungen ergänzt, die zum Teil Einzelheiten der Emigrantenbewegung aufzeigen, wie das Problem mit schwedischem Snus in Amerika, aber auch die Geschichte der Judenverfolgung unter Hitler, oder die Bedeutung des Hammarkullekarnevalen, der seit 30 Jahren für einen Kulturaustausch in Göteborg arbeitet.
 
Die anderen Aufgaben, die sich das Emigranternas Hus stellt sind historische Forschungen, Geschlechtsforschung und die Erforschung der historischer und sozialer Umstände der schwedischen Auswanderungsbewegung. Ergänzt wird diese Arbeit durch eine mehr praktische Einrichtung, indem die Räume auch für Konferenzen, kulturellen Treffen und selbst Hochzeiten verliehen werden, die eine Rolle im Kulturaustausch und der Völkerverständigung spielen.
 
Preise und Führungen
 
Das Emigranternas Hus in Göteborg ist täglich von Montag bis Freitag von 10 bis 16 Uhr geöffnet, heißt Gruppen jedoch auch an anderen Tagen und außerhalb der allgemeinen Öffnungszeiten willkommen. Der Eintritt in das Museum kostet pro Person 30 Kronen. Kinder und Jugendliche unter 20 Jahren können das Museum umsonst besuchen. Gruppen können auch eine Führung in Schwedisch oder Englisch buchen, wobei die Führung pro Person auf 20 Kronen kommt. Für einen Einzelbesuch des Museums, ohne Zusatzausstellung, muss man mit etwa einer Stunde rechnen, mit Vortrag und Führung kommen jedoch leicht 90 Minuten zu Stande. Gruppen, die eine deutsche Führung wünschen können sich dafür an Göteborg Aktuell wenden.
 
Emigranternas Hus, Packhusplatsen 7
Bus Linien 50 und 90, Haltestelle Stenpiren